27.03.01/gh
| Ampfing - einst und jetzt |
Ampfing,
das Unterzentrum im Isental, inmitten des Landkreises Mühldorf,
wird erstmals im Jahr 788 im Güterverzeichnis des Bischofs Arno
von Salzburg als "unser Dorf im Isengau" genannt.
Wer den Ortsnamen hört, denkt natürlich gleich an die letzte
Ritterschlacht, anno 1322, denkt an Kaiser Ludwig den Bayern und
an Friedrich den Schönen von Österreich und natürlich auch an
den berühmten Ritter Seyfried Schweppermann. Andere denken aber
an das Erdöl und an das Erdgas, das man vor rd. 40 Jahren im
Raum von Ampfing aufgespürt hat.
Und damit nun alles und jeder zu seinem Recht kommt, beschloß
der Gemeinderat 1979, daß beide Gegebenheiten im Wappen der
Gemeinde Ampfing versinnbildlicht werden sollen. Die Morgensterne
stehen für die Schlacht, der Bohrmeißel für die Öl- und
Gasfunde.
Die Vergangenheit von Ampfing ist nicht sehr geschichtsträchtig,
aber daß Ampfing immer schon zu Altbayern gehört hat, daß
Ampfing von 1220 bis 1802 inkorporierte Pfarrei des
Augustiner-Chorherrenstifts Au am Inn war und somit dem
Erzbischoß von Salzburg unterstand, sollte doch erwähnt werden.
Mit der höheren Gerichtsbarkeit unterstand Ampfing den
bayerischen Gaugrafen. 1760 wurde in Ampfing eine Poststation der
Postwagenstrecke Straßburg - München - Wien eingerichtet und
gute 100 Jahre später, nämlich 1871, eine Eisenbahnstation der
Strecke München - Mühldorf. Diese Einrichtungen haben wohl dazu
beigetragen, daß das rein bäuerliche Ampfing zu einem
Mittelpunkt im Isental wurde. Die Bundesstraße 12, die in
Ampfing von der Staatsstraße 2091 gekreuzt wird, trägt neben
der Bahnlinie und verschiedenen Busverbindungen zu der
ausgezeichneten Verkehrslage von Ampfing bei. Und wer es ganz
eilig hat, kann sogar auf dem Sonderlandeplatz von Ampfing mit
seinem Flugzeug starten und landen.
Mit den Eingemeindungen von Stefanskirchen 1972 und
Salmanskirchen 1978 erreichte Ampfing die 5000-Einwohner-Grenze
und eine Gemeindefläche von 3.114 Hektar. Inzwischen ist die
Einwohnerzahl auf über 6.000 angewachsen. Das breit gefächerte
Arbeitsplatzangebot in der Gemeinde, die Nähe zur Kreisstadt
Mühldorf a. Inn und zur Industriestadt Waldkraiburg, die gute
Verkehrsverbindung nach München, die qualifizierte
Einzelhandelsnahversorgung und die vielfältigen Sport- und
Freizeitmöglichkeiten haben Ampfing zu einem begehrten Wohnort
werden lassen.
Sechs Ärzte, vier Zahnärzte und zwei Apotheken sorgen für das
gesundheitliche Wohlbefinden der Bevölkerung und ein Tierarzt
für das liebe Vieh.
Zwei Kindergärten, eine dreigliedrige Grundschule und eine
dreigliedrige Hauptschule mit einem eigenen 4-stufigen Schulzweig
(Kl. 7 - 10), der zur mittleren Reife führt, sind für die
jungen Gemeindebürger da. Alle anderen weiterführenden Schulen
sind über gute Bahn- und Busverbindungen schnell erreichbar.
Mehrere Metzgereien, Bäckereien beziehungsweise Konditoreien,
Lebensmittelgeschäfte, Getränkemärkte und Gärtnereien sorgen
für das leibliche Wohl. Geschäfte für Sportbedarf, Textilien,
Strickwaren, Schuhe, ein größeres Bekleidungshaus, Läden für
Haushaltswaren, Elektrogeräte, Schreibwaren, Geschenke sowie
eine Drogerie und ein Fotofachgeschäft ergänzen das große
Angebot von Waren aller Art.
Mehrere Gasthöfe und Gaststätten und diverse andere Lokale sind
stets zur guten Bewirtung bereit. Sie sind gleichzeitig
Mittelpunkt und Treffpunkt von nahezu 50 Vereinen mit
verschiedensten Interessen zur Erhaltung der Geselligkeit und des
Brauchtums. Neben den zahlreichen Handwerksbetrieben in den Orten
Ampfing, Salmanskirchen und Stefanskirchen nehmen die Betriebe
des Bauhandwerks einen hervorragenden Platz ein, sie sind bekannt
für ihre Qualitätsarbeit. Leistungsfähige Sägewerke und
Holzhandlungen sowie Kiesgrubenbetriebe bedienen die Baustellen
weit über die Gemeindegrenzen hinaus mit ihren Produkten. Ein
Betonwerk, das gleichzeitig Fertigmörtel herstellt, zählt zu
den größten Betrieben auf dem Gebiet des Bau- und
Baunebengewerbes. Den industriellen Schwerpunkt in der Gemeinde
bildet ein in der Herstellung feuerhemmender Holztüren und
anderer Spezialtüren marktführendes Unternehmen, das über 400
Personen Arbeit bietet. Zu den bedeutenden Betrieben in der
Gemeinde gehören darüber hinaus ein großes Unternehmen des
Landmaschinenhandels, ein namhafter Betrieb der
Kunststofftechnik, ein Großhandelsunternehmen für Holz- und
Trockenbauteile sowie Bodenbeläge, verschiedene Metallbaufirmen,
eine Großschleiferei, eine Strickwarenfabrikation und ein
Molkereibetrieb, der bekannte Käsemarken erzeugt. Ein moderner
fleischverarbeitender Betrieb kommt noch hinzu. Auch einige
aufstrebende Betriebe aus dem EDV-Bereich sind in Ampfing
vertreten.
Die Liste der Gewerbebetriebe wäre nicht vollständig, wenn man
nicht auch die Friseure, die Fuhrunternehmen, Taxis, das Optiker-
und Uhrenfachgeschäft, die Steinmetz- und Bildhauerwerkstätte,
die Druckereien, die Betriebe des Fahrzeughandels, die
Fahrzeugwerkstätten und die Autolackiererei erwähnen würde.
Ein leistungsfähiges Stromversorgungsunternehmen sorgt dafür,
daß in der Gemeinde das Licht nicht ausgeht. Von dem in Ampfing
neu errichteten regionalen Kunden- und Netzservice werden rd.
240.000 Einwohner betreut.
Die Landwirtschaft wird von einem privaten Lagerhaus versorgt,
das gleichzeitig auch deren Produkte abnimmt.
Eine Sparkasse und drei Banken helfen finanzieren oder verdientes
Geld gut anlegen.
Für Betriebserweiterungen und neue Gewerbe- und
Industrieansiedlungen stehen ausreichend Flächen zur Verfügung.
Durch die dynamische Gemeindeentwicklung hat sich das
Arbeitsplatzangebot in Ampfing in den letzten 10 Jahren
verdoppelt.
In dem ausgedehnten Sport- und Freizeitzentrum, das auch einen
Sonderlandeplatz, eine Naturbadanlage (ab 2001) und einen
Reiterhof mit einschließt, gibt es Gelegenheit für Fußball,
Tennis, Rollschuhhockey, Schwimmen, Beachvolleyball, Reiten,
Fallschirmspringen oder Segelfliegen. Eine Dreifach- und eine
Einfachturnhalle bieten für den Schulsport und - vor allem im
Winter - für viele andere Sportaktivitäten gute
Voraussetzungen. Für die Freunde des Kartsports steht eine
moderne Outdoor-Kartbahn mit Flutlichtanlage zur Verfügung,
welche Freizeit- und Rennfahrer gleichermaßen begeistert. Die
Freizeitaktivitäten werden durch den TSV Ampfing unterstützt
und gefördert, dessen Landesliga-Fußballmannschaft dem Namen
Ampfing schon seit Jahren alle Ehre macht. Die nahe freundliche
Hügellandschaft oder der ausgedehnte Staatswald laden zu
Spaziergängen in der herrlichen Natur ein.
Neben den profanen Dingen des Alltags braucht der Mensch aber
auch die Stille und Einkehr, die er in den fünf Gotteshäusern
der katholischen Kirchengemeinde in Ampfing suchen und finden
kann. Das Ortsbild ist geprägt vom schlanken Turm der
Pfarrkirche St. Margarete. In der Ortschaft Salmanskirchen steht
eine Filialkirche, die dem heiligen Johannes geweiht ist. Sie hat
wertvolle Glasfenster und seltene Rokokomalereien, die jüngst
bei einer Renovierung freigelegt und ergänzt worden sind und
damit die an Kunstschätzen arme Gemeinde bereichert haben. Die
Ortschaft Stefanskirchen trägt den Namen des Heiligen, dem die
dortige Pfarrkirche geweiht ist. Die Filialkirche Wimpasing ist
weit in das Land hinein unter dem Namen der Schweppermannkapelle
bekannt. Das Deckenfresko in dieser kleinen Kirche stellt einen
Ausschnitt aus der Schlacht im Jahr 1322 dar. Inmitten der
herrlichen Hügellandschaft nordwestlich von Ampfing liegt ein
weiteres Kirchlein, das Vogginger Kirchlein. Sein Patron ist der
heilige Ulrich. Die Kirchengemeinden bemühen sich neben ihrer
seelsorgerischen Tätigkeit vor allem um die Jugend und die
älteren Mitbürger. Die Erwachsenenbildung zählt ebenfalls zu
ihren besonderen Aktivitäten.