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Ein Jahr im Keller
musste ich verbringen, bis mir die Sonne noch mal schien. Mein Rücken war
zerschlagen, meine Hinterläufe schwer zu kontrollieren und mein Augenlicht war
am Schwinden. Als man mich fand,
umgaben mich Menschen mit weißen Kitteln und ich spürte wieder Kräfte in mir
aufsteigen. Mein ausgezehrter Körper wurde getankt mit Infusionen. Meine
Schmerzen wurden auch erleichtert. Mein Aufenthalt
dauerte 14 Tage und dann trat ich meine große Reise in ein neues Zuhause an.
Viele andere Artgenossen umsäumten mein Bettchen, worin ich die ersten Tage im
Tierhospiz verbrachte. Jeder erzählte mir von seinem Handicap. Scott meinte
dabei zu mir: „Es ist nicht schlimm, wenn Du Dein Augenlicht verlierst. Hier
bist Du daheim und man passt auf Dich auf. Auch ich sehe nur noch Schatten.“ Oder Betty. Wir
sprachen über ihre Inkontinenz und dass hier niemand schimpft. Lena, die
Pudeldame mit dem verkrüppelten Beinchen sagte zu mir: „Wenn Du so hin und her
wackelst und ab und zu mal hinfällst, dauert es nicht lange und Dir wird
aufgeholfen. Leb doch einfach Dein Leben wie es kommt und hab Vertrauen.“ Eine kurze, aber doch
sehr erfüllte Zeit durfte ich noch erleben. Pure Liebe ward mir gegeben trotz
meiner Windeln, die ich trug. Nicht nur meinen Herbergseltern und meinen
Hundefreunden verdanke ich die schöne Zeit, sondern auch meiner Patenmama sage
ich von Herzen Dank. So oft sie konnte, hat sie mich besucht. Die weichen
Guttis taten mir gut, das Bürsten und Streicheln meines Fells und auch das
schöne Mäntelchen für die kalte Zeit. Ein Wunsch möchte ich
noch an die Menschen richten, damit sie nicht selbst zu ihrem eigenen Richter
werden. Wir Tiere sind Geschöpfe so wie Ihr Menschen es seid. Darum geht
achtsam mit Euch um. Quält und schlagt kein Tier zum Eigennutz. Denn es kommt
die Zeit, wo jeder für sich dies dem Tier zugefügtem Leid an seinem eigenen
Körper erfahren muss. Ich wünsche mir für
all meine anderen gequälten Artgenossen eine schönere Zeit mit größerer
Aufmerksamkeit von ihren Menschenbegleitern. Ich sende Euch Liebe
von meinem himmlischen Hundewesen, Eure Aila 5. Januar 2009 |