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21.07.2024
Montgelas: Von der Person zur Reform
Geschrieben von Hans Braunhuber   
31.10.2006
Beitragsinhalt
Montgelas: Von der Person zur Reform
Grundlegendes
Montgelas
Säkularisation
Landesvermessung
Gemeindereform
Allgemein-Bildung
Bürokratie
Und was bleibt
Bürokratie und Beamte

 Die funktionalen Änderungen im Staatswesen funktionieren nur mit  qualifizierten  und staatstreuen  Bediensteten. Die gab es nicht: die sogenannten Beamten waren Bedienstete der Adeligen oder kirchlichen Herren, und ihrer Willkür ausgeliefert. Ein Staatsbewußtsein war kaum vorhanden, woher auch? 1805 schuf Montgelas daher die Rahmenbedingungen: Es wurden klare Ausbildungs- und Qualifikationsrichtlinien für die Beamten aufgestellt, im Gegenzug garantierte der Staat Besoldung und Schutz vor willkürlicher Entlassung, die Beamten hatten dafür ausschliesslich dem Staat gegenüber loyal zu sein.

Die damals geschaffene "Ministerialbürokratie"   hat in ihren Grundzügen die Wandlungen der letzten 200 Jahre überstanden.  Sie hat sich aber weder bei Staatsregenten - da nur dem Staat, nicht dem Herrscher loyal -noch bei den Bürgern - da privilegiert "anders"- deshalb besondere Zuneigung erworben. Bereits 1821 kritisiert Graf Aloys von Rechberg "Diese Bureaukraten-Kaste ist der wahre Fluch unseres Staates, und unzereißbar ist das Netz, in dem sie den Monarchen gefangen hält, um ihn zu bevormunden....Der Dünkel mit dem sie den Adel behandeln, ist empörend."  

koepenickGerade im Preußischen Staat verschärften sich die Gegensätze zwischen Volk und Beamten, und wurden durch die Vormachtstellung Preußens ab 1870 ins gesamte Staatswesen getragen (externe Info ). Durch die Strukturänderung in der demokratischen Gesellschaft hat allerdings die Diskrepanz in den Lebensverhältnissen genauso wie die Privilegierung abgenommen. Einer Reform des Beamtenwesens sehen wir dennoch mit Spannung entgegen.

 

 

 



Letzte Aktualisierung ( 02.11.2006 )
 
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